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Deutsche Meisterschaft Sangerhausen - Wir waren dabei! Verena schildert ihr Erlebnisse vom Aufeinandertreffen mit den Besten Letztes Wochenende fuhren Birgit, Nicole, Anne, Ellen und ich zur Deutschen Meisterschaft nach Sangerhausen. Unsere Männer, Ricarda und Lars kamen mit, um uns tatkräftig zu unterstützen. Gemeinsam fuhren wir Samstagmorgen die Strecke zwei mal ab. Ein selektiver 9,74 km langer Rundkurs sollte 13-mal gefahren werden, so dass man insgesamt auf 126,62 km und 1495 Höhenmeter kam. Nach dem Start musste man einen Anstieg hinaufradeln, um dann erst einmal die längste Abfahrt (950m) innerhalb der Runde kurvig bergab zu fahren. Eine 10-12% Rampe stellte den Schlussanstieg dar.
Nach der Sreckenerkundung begann das lange Warten. Wir stärkten uns beim Italiener mit Pasta, füllten unsere Trinkflaschen auf, steckten Gels ein, gingen auf die Toilette, kontrollierten noch mal die Räder, ließen uns von Lars die Beine massieren, aßen Ricardas energy cake, beobachteten die anderen Radlerinnen, gingen wieder auf die Toilette,…
Manfred wollte uns in der Zeit anmelden, kam aber kurz danach aufgeregt wieder und sagte uns, dass wir nicht starten dürften, da unsere Lizenzen nicht unterschrieben waren. Das holten wir also schnell nach und Manfred eilte wieder zur Anmeldung. Und dann ging alles ganz schnell. Um 15.15 Uhr mussten wir uns auf der Bühne einschreiben und Nicole wurde von Karsten Migels interviewt. Dann drehten wir noch eine Runde und bemerkten zu spät, dass die anderen Damen schon im Startblock standen. So mussten wir uns hinten einreihen.
Mit im Startblock standen keine geringeren Größen als Ina-Yoko Teutenberg, Judith Arndt, Trixi Worrack, Hanka Kupfernagel, Charlotte Becker, Claudia Häusler,… - die starken Weltklasse-Profiradsportlerinnen.
Nun legten wir noch schnell unsere Aufregung bei Ricarda ab, die nun nervöser schien als wir es waren, und es ging los. Die ersten Kilometer sollten neutralisiert gefahren werden, aber das Starterfeld raste los, als wenn es kein morgen gäbe. An der Start-Ziellinie mussten wir dann noch einmal anhalten. Unsere Position im Feld hatte sich leider nicht gebessert ;-(.
Die ersten Runden wurden relativ schnell gefahren, besonders in den kurvenreichen Abfahrten ;-).
Ich versuchte möglichst schnell am Anstieg zu sein, um dann in den Abfahrten das Feld nicht zu verlieren. In der zweiten Runde fuhr ich eine Abfahrt zu langsam, so dass ich und Anne ein Loch zufahren mussten. Wir schafften jedoch den Anschluss und ich fühlte mich völlig abgekämpft. Dann lief es bei mir jedoch jede Runde besser. Ich gewöhnte mich an das unregelmäßige Tempo, die Kurven und die Abfahrten und es begann, richtig Spaß zu machen. Es war wunderbar mit dabei zu sein in diesem großen Fahrerfeld mit so vielen tollen Fahrerinnen, die ihre Fahrkunst perfekt beherrschen und ein unheimlich schönes Rennen fuhren. Es passierte kein Sturz! Ich war überwältigt. Immer mehr Frauen verloren jedoch das Feld, das nun immer kleiner wurde. In der 6. Runde rissen Charlotte Becker, Judith Arndt und Trixi Worrack aus und das Fahrerfeld wurde unheimlich schnell erst bergauf, um dann mit 80 km/h um die Kurven hinab zu düsen. Irgendjemand verpasste den Anschluss in der Gruppe (ich war diesmal unschuldig ;-) und das Fahrerfeld teilte sich. Leider fielen Anne, Nicole, Birgit und ich mit ca. 8 weiteren Fahrerinnen ab, so dass wir nun gemeinsam die Verfolgung auf das Hauptfeld aufnahmen. Dann gab es auch noch Unstimmigkeiten in der Führungsarbeit, so wurde weder gut abgewechselt noch gekreiselt und wir kamen nicht mehr so schnell voran, wie wir wollten. Unsere Männer und Ricarda leisteten Spitzenarbeit, indem sie uns von Runde zu Runde mit Getränken versorgten und uns anfeuerten. Manfred fuhr im Materialwagen mit, um uns im Notfall z.B. ein neues Laufrad zu geben. Auch die Zuschauer motivierten unheimlich. Unser Grüppchen fuhr also mehr oder weniger schnell weiter, bis uns leider in der 12. Runde der Schlusswagen von der Strecke holte. Das Spitzentrio war jedoch noch 4 Minuten hinter uns! Völlig enttäuscht verließen wir die Strecke in der Gewissheit, dass wir die zwei Runden auch noch geschafft hätten, ohne überrundet worden zu sein. So waren wir die nächste Gruppe hinter dem Hauptfeld und wären sicher noch nach oder mit der 36. Fahrerin ins Ziel gekommen. Von den 77 Starterinnen erreichten so nur 36 das Ziel, 41 wurden vom Schlusswagen von der Strecke genommen. Wir haben aber gut gekämpft und ich bin sehr zufrieden.
Gewonnen haben Charlotte Becker, Judith Arndt und Trixi Worrack in dieser Reihenfolge.
Für mich war es ein unvorstellbar schönes Rennen, besonders toll war auch, dass das Team so gut zusammen gefahren ist. Das hat unheimlich viel Spaß gemacht.
Ich dankeall unseren Helfern und unserem Organisator Manfred für alles.
Es hat einfach super viel Spaß gemacht, wir sind ein tolles und starkes Team! |